Gut Kluvensiek

Der Name Kluvensiek taucht erstmals 1450 als Sitz des Ritters Otto von Sehestedt auf. Siek ist das altplattdeutsche Wort für eine sumpfige Niederung, Kluven für ein kleines Tal (Senke). Im Mittelalter stand hier eine kleine Wasserburg.
Bis 1598 blieb das Gut im Besitz der Familie von Sehestedt. Danach wechselte es mehrfach den Besitzer. Schließlich fiel es 1702 an Bendix von Ahlefeld, der auch das erste aus Fachwerk bestehende Herrenhaus errichtete. Nach einem Konkurs kam das Gut 1715 in den Besitz von Detlev von Brockdorff. 1753 wurde es von den Grafen von Reventlow erworben. Im Jahr 1772 kauften die Familien Scheel und Hagemann zu gleichen Teilen die Güter Kluvensiek und Osterrade. Christian Scheel ließ sich auf Osterrade nieder, sein Schwiegersohn, Justizrat Georg Heinrich Hagemann, auf Kluvensiek. Dieser ließ im Jahr 1777 ein neues Herrenhaus auf den alten Grundmauern der Burg errichten. Es folgte 1830 Gustav Hirschfeld, der 1837 das ursprünglich eingeschossige Gebäude um ein zweites Stockwerk erhöhte. Das Herrenhaus erhielt das aus dem Dach emporragende Giebelgeschoß mit seinem Söller und seine heutige spätklassizistische Form.
Im Jahr 1893 gelangte Kluvensiek in den Besitz von Albert August Hoenck, der verschiedene An- und Umbauten am Herrenhaus vornahm. 1936 erbte dessen Sohn James den Besitz. Dieser vermachte es wiederum seinem Sohn Eberhard August. Dessen Sohn Hubertus ist der heutige Besitzer des landwirtschaftlichen Gutes.

Bis 1982 bewohnte die Familie Hoenck das Herrenhaus. Nach einer zweijährigen  Renovierung erwarb die Strathmann GmbH & Co.KG. im Jahr 1984 das Herrenhaus  und den fünf Hektar großen Park.

Seit 2002 ist das Herrenhaus Kluvensiek eine offizielle Außenstelle des Standesamtes Osterrönfeld und kann für Trauungen gebucht werden. Auch als Veranstaltungsstätte für private Feiern und Tagungen steht es zur Verfügung.


Adeliges Gut Kluvensiek um 1850 - Lithographie von Adolf Hornemann.
Kluvensiek war zu jener Zeit (1830 - 1893) im Besitz von Gustav Hirschfeld.


Siegelmarke ab ca.1850

Mit Siegelmarken aus Papier wurden früher die Briefe von Behörden, Kommunen, Firmen und höheren Privatpersonen versiegelt. Briefumschläge kannte man damals noch nicht. Um Kosten zu sparen, verwendete man später nur noch Stempel oder druckte das Siegel auf den Briefumschlag bzw. den Briefbogen.
Durch das Aufreißen von den Briefen sind Siegelmarken meistens kaputt gegangen und heute nur noch selten zu finden.


Kartengruß aus Kluvensiek um 1900

Die Rückseiten der Postkarten waren bis 1905 ausschließlich der Adresse vorbehalten. Es beruht daher auf dieser postalischen Bestimmung, wenn die Bildseiten der Ansichtskarten aus damaliger Zeit oftmals mit handschriftlichen Mitteilungen versehen wurden.


Postkarte: Herrenhaus Kluvensiek um 1905


Am 27. Juni 1913 abgestempelte Postkarte vom Gut Kluvensiek


Postkarte: Herrenhaus Kluvensiek im Jahr 1918


Kluvensiek um 1920

Ehemalige Wagenremise des Gutes Kluvensiek. Das Windrad auf dem Dach trieb eine Schrotmühle an.


Schäfer Johannes Meß auf Gut Kluvensiek um 1920. Im Hindergrund das Herrenhaus.

Zur Nacht trieb der Schäfer seine Herde in eingezäunte Koppeln oder luftige Schafställe. Auch im Winter wurde sie dort unter Zufütterung gehalten.


Postkarte: Das Herrenhaus Kluvensiek um 1930

Die Lage an Eider und Eiderkanal brachte es mit sich, dass Kluvensiek wiederholt Schauplatz feindlicher Aufmärsche wurde. In der Schlacht von Sehestedt 1813, in der Dänen und Franzosen gegen Schweden und Russen kämpften, lag das Hauptquartier des russischen Generals von Wallmoden hier, 1848 sammelten sich hier die schleswig-holsteinischen Truppen im Erhebungskampf gegen Dänemark.


Postkarte: Das Gutshaus um 1935

Bereits im 15./16. Jahrhundert als Gut nachgewiesen, entstand das Herrenhaus erst 1777 und erhielt 1837 mit einem zweiten Geschoss seine heutige Gestalt. Die Schaufassade wird mit einem dreigeschossigen Mittelrisalit betont, das mit ionischen Kolossalpilastern gegliedert und mit einem Dreieckgiebel bekrönt wird.


Kuppelraum im Obergeschoß


Diese Postkarte zeigt das Herrenhaus um 1950


Eine Aufnahme um das Jahr 1955. Chauffeur Hermann Dibbern, bis 1960 auf Gut Kluvensiek,
hat den Wagen vorgefahren und wartet, bis die Damen (links: Gisela Hoenck) eingestiegen sind.


Das Herrenhaus Kluvensiek, 1975


Das Herrenhaus Kluvensiek, 1984

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Postkarte vom Herrenhaus auf Gut Kluvensiek, 1984

An der Landstraße von Bovenau nach Sehestedt, in unmittelbarer Nähe der 5. Schleuse des alten Eider-Kanals, steht das weiße Herrenhaus des Gutes Kluvensiek.
1982 erwarben zwei Hamburger Geschäftsleute das klassizistische Gebäude und ließen es in den Jahren 1982 bis 1983 für rund 1,5 Millionen DM restaurieren. Die äußere Restaurierung wurde unter der Leitung eines Kieler Architekturbüros in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege, Kiel, sowie der Denkmalschutzbehörde des Kreises Rendsburg-Eckernförde ausgeführt. Die innere Restaurierung stand teilweise unter Denkmalschutz. 
Nach der gründlichen Restaurierung  erwarb 1984 die Strathmann GmbH & Co.KG. das Herrenhaus Kluvensiek. Es dient heute als Tagungs- und Schulungszentrum.
Seit Februar 2002 ist das eindrucksvolle Herrenhaus eine offizielle Traustätte. Die erste Trauung erfolgte am 2. Mai 2002.


CD-Cover - Arienabend am 30.11.1992 im Kaisersaal des Herrenhauses Kluvensiek

Diese Privat-Edition hatte die Firma Pharma Stroschein aus Hamburg für Freunde des Unternehmens anfertigen lassen.