Gut Georgenthal

Die heutigen Georgenthaler Ländereien wurden durch den Bau des Schleswig-Holsteinischen-Kanals von Osterrade abgeschnitten. Der damalige Besitzer des Gutes Osterrade, Justizrat Georg Heinrich Hagemann, legte deshalb 1798 Georgenthal als Meierhof an. Im Jahr 1804 ging Georgenthal in den Besitz von Hagemanns Sohn Friedrich August über, unter dem der Hof am 19. Dezember 1806 in die Zahl der adligen Güter aufgenommen wurde. 1833 kaufte Gustav Hirschfeld, 1850 J. Jessel aus Hamburg und 1855 Eduard Ernst Th. Stauffer das Gut. Letzterer vermachte es seinem Sohn Max Philipp Conrad Stauffer, Kreisdeputierter des Kreises Rendsburg. Das Mausoleum der Familie Stauffer ist noch heute auf dem Friedhof in Bovenau zu sehen.

Zum Gut gehörte bis zur Auflösung der Gutsbezirke im Jahr 1928 der kleinere Teil des Kirchdorfes Bovenau, der aus drei Hufen und mehreren Wohnungen, wovon eine an den Arzt vermietet war, bestand. 
Von Wakendorf gehörte etwa ein Drittel zu Georgenthal: Sieben Häuser (17 Wohnungen), die an Arbeiter und Handwerker vermietet waren.

Gut Georgenthal ist bis heute ein landwirtschaftlicher Betrieb geblieben. Während die Herrenhäuser zahlreicher Güter heute getrennt vom Hof genutzt werden, blieb hier die einheitliche Anlage erhalten.


Diese Ansichtskarte ist gelaufen im Jahr 1905. Sie zeigt das weiß verputzte Herrenhaus.

Der Gutshof liegt drei Kilometer nordöstlich von Bovenau in einem kleinen Tal, umsäumt von Waldungen aus alten Buchen und Eichen. In der Nähe befindet sich ein Teil des alten Eiderkanals.


Das eingeschossige Gutshaus mit Giebeln und Ausbauten enthält 18 Zimmer.
Zu der Zeit dieser Aufnahme war Max Stauffer der Besitzer des Gutes.


Postkarte: Herrenhaus Georgenthal, Gartenseite mit Park


Diese Ansichtskarte ist gelaufen am 10. August 1911 mit dem Stempel "Bovenau (Kr. Rendsburg)"

Von Westen kommend, erreicht man den Gutshof über eine Lindenallee, durch die man einen einmaligen Blick auf die Schauseite des Herrenhauses genießen kann.


Diese Ansichtskarte, gelaufen 1925, zeigt die Rückansicht des Herrenhauses


Diese Postkarte vom Gut Georgenthal wurde am 24.04.1933 in Bredenbek abgestempelt

Georgenthal lag früher an der Landstraße von Kiel nach Rendsburg. Durch die Straße, die auf der Strecke Ostenfeld - Bovenau - Wakendorf - Bredenbek das Kirchspiel schnitt, wurde es dem Verkehr erschlossen. Die Gutsbesitzer hatten auf ihren Strecken die Wegelasten zu tragen.


Postkarte aus dem Jahr 1940

Spiekervogt Johannes Tüxen, Mariechen Fischer, zwei Melker, Melkermeister Friedrich Jarr und Landarbeiter Johann Fischer haben auf der großen Dauerweide die Kühe zum Melken zusammengetrieben.


Herrenhaus Gut Georgenthal (Gartenseite), 1975